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TASSO, Findefix, STMZ: Alle Register für vermisste Tiere erklärt (DE/AT/CH)

8. Oktober 2026 · Équipe Pista

Ein Mikrochip ist kein Tracker. Er ist eine passive Glaskapsel von der Größe eines Reiskorns, die genau eines speichert: eine Nummer – bei modernen ISO-Chips 15-stellig (Standard ISO 11784/11785). Diese Nummer bedeutet nichts, bis ein Register sie mit Ihren Kontaktdaten verknüpft. Das ist das ganze System – und das ganze Problem: Es gibt mehrere Register, und in keinem deutschsprachigen Land eine einzige zentrale Datenbank für alle Tierarten. Hier die Übersicht für Deutschland, Österreich und die Schweiz – ob Sie ein gechipptes Tier gefunden haben oder die Registrierung Ihres eigenen Tieres prüfen wollen.

Deutschland: TASSO und Findefix

TASSO e.V. (tasso.net) ist das größte freie Tierregister Europas. Was es leistet:

  • Kostenlose Registrierung von Chip und Tätowierung für Hunde, Katzen und viele weitere Tierarten.
  • Finde-Notruf rund um die Uhr – Tierärzte, Tierheime und Tierschutzvereine, die ein Fundtier scannen, erhalten über TASSO die Halterdaten.
  • Vermisstenmeldung online oder telefonisch: Sie markiert die Chipnummer als gesucht und erzeugt Steckbrief und Umgebungssuche.
  • TASSO-Plakette: eine Halsbandmarke mit Plakettennummer – der schnellste Rückweg überhaupt, weil der Finder keinen Scanner braucht, nur ein Telefon.
  • Über das europäische Netz Europetnet gleicht TASSO Nummern auch mit Registern anderer Länder ab – wichtig bei Urlaubsreisen oder Tieren aus dem Ausland.

Findefix (findefix.com) ist das Tierregister des Deutschen Tierschutzbundes – ebenfalls kostenlos, ebenfalls mit Vermisstenmeldung und Abgleich von Chip und Tätowierung. Wer auf Nummer sicher gehen will, trägt sich in beide ein: Die Registrierung dauert je zehn Minuten und verdoppelt die Trefferfläche.

Dazu kommen kommunale und landesweite Strukturen: In mehreren Bundesländern gibt es Hunderegister (teilweise Pflicht), und die Hundesteuer-Anmeldung bei der Kommune hinterlegt oft ebenfalls die Chipnummer. Eine bundesweite Chippflicht für alle Hunde existiert nicht – Kennzeichnungspflichten sind Ländersache; einige Länder verlangen Chip und Registrierung für alle Hunde, andere nur für bestimmte Kategorien. Fragen Sie das Ordnungsamt Ihres Wohnsitzes, was für Ihr Bundesland gilt.

Tätowierung oder Chip? Tätowierungen (meist im Ohr) sind weiterhin verbreitet und registrierbar, verblassen aber. Für Reisen im EU-Raum verlangt der Heimtierausweis seit Juli 2011 einen Chip; eine Tätowierung gilt nur noch, wenn sie vor diesem Datum gesetzt und im Ausweis dokumentiert wurde.

Österreich: Heimtierdatenbanken nach dem Tierschutzgesetz

In Österreich sind Hunde seit 2011 obligatorisch zu chippen und in einer anerkannten Heimtierdatenbank zu registrieren (§ 24 Tierschutzgesetz). Es gibt mehrere anerkannte private Datenbanken – etwa petdata – deren aktuelle Liste das zuständige Ministerium veröffentlicht. Für Katzen besteht keine bundesweite Registrierpflicht, die Registrierung ist aber ebenso möglich und sinnvoll. Fundtiere laufen meist über Gemeinde oder Tierquartier, wo der Chip gelesen und über die Datenbank aufgelöst wird.

Schweiz: ANIS für Hunde, STMZ für alle

  • ANIS (Animal Identity Service, betrieben von Identitas) ist die zentrale Datenbank: Seit 2006 müssen Hunde in der Schweiz gechippt und in ANIS registriert sein (Tierschutzverordnung). Tierärzte und Behörden lesen den Chip und finden den Halter über ANIS.
  • STMZ – die Schweizerische Tiermeldezentrale (stmz.ch) – ist die schweizweite Meldestelle für vermisste und gefundene Tiere aller Arten, eng mit Tierheimen und dem Schweizer Tierschutz verknüpft. Verlust- und Fundmeldungen werden dort automatisch abgeglichen; die Registrierung von Katzen und anderen Tieren ist freiwillig, aber genau das entscheidende Bindeglied, wenn eine Katze irgendwo auftaucht.
  • Grenzüberschreitend hilft wieder Europetnet: Schweizer Nummern lassen sich so auch im Ausland auflösen.

Fundtier mit Chip: das 5-Minuten-Protokoll

  1. Scannen lassen – Tierarzt, Tierheim oder Tierschutzverein lesen den Chip kostenlos und in Sekunden.
  2. Nummer exakt notieren (15 Stellen bei ISO-Chips; keine Leerzeichen).
  3. Abfragen: Bei Fund in Deutschland zuerst TASSO und Findefix; für internationale Nummern die Suchmaschine petmaxx (petmaxx.com), die viele europäische und internationale Register gleichzeitig abfragt; in der Schweiz ANIS/STMZ, in Österreich die Heimtierdatenbanken.
  4. Das benannte Register kontaktieren – es benachrichtigt den Halter. Register geben Halterdaten aus Datenschutzgründen nicht an Finder heraus; das ist Absicht.
  5. Chip nicht registriert? Fragen Sie das Register nach dem Implantat-Trackback: Der Tierarzt, Züchter oder das Tierheim, das den Chip gesetzt hat, kann das Tier oft identifizieren.

Eigenes Tier: drei Dinge, die Sie heute tun sollten

  • Prüfen, ob die Registrierung auflöst. Geben Sie die Nummer (steht auf den Implantat-Papieren, sonst gratis Scan) bei TASSO, Findefix bzw. dem zuständigen Register ein.
  • Daten nach jedem Umzug oder Nummernwechsel aktualisieren. Eine veraltete Telefonnummer ist der häufigste Grund, warum ein Fundtier nicht zurückkommt – der Chip funktioniert, die Menschendaten nicht.
  • Das Tier im Verlustfall sofort als vermisst flaggen. TASSO, Findefix und STMZ haben dafür eigene Meldefunktionen; manche benachrichtigen Tierärzte und Heime in der Umgebung automatisch. Kombinieren Sie das mit einer Vermisstanzeige im Viertel – der Chip erreicht den professionellen Kanal, die Meldung die Nachbarn, die das Tier tatsächlich sehen.

Und ein doppelter-Boden-Tipp: Chips versagen still (Migration, Lesegerät verfehlt, eingestellte Datenbank). Eine sichtbare Marke – TASSO-Plakette oder graviertes Halsbandschild – gibt einem Finder einen Kontaktkanal, der keinen Scanner braucht.

FAQ

Kann ich mein Tier per Chip orten? Nein – ein Mikrochip hat keinen Akku, kein GPS, kein Signal. Er ist nur mit einem Scanner auf Körpernähe lesbar. Ortung leisten GPS-Tracker am Halsband; der Chip ist die dauerhafte Backup-Kennzeichnung.

Kostet Scannen oder Registrieren etwas? Scannen ist praktisch immer kostenlos (Tierarzt, Tierheim, Tierschutzverein). TASSO und Findefix registrieren kostenlos; STMZ-Meldungen sind ebenfalls kostenlos. Manche kommerziellen Register verlangen Jahresgebühren – prüfen Sie, was Sie wirklich brauchen.

Mein Tier ist gechippt, aber nie registriert – zu spät? Nein. Nummer per kostenlosem Scan ermitteln, dann bei TASSO und Findefix eintragen. Auch unregistrierte Chips lassen sich manchmal über den Implantat-Trackback zum Tierarzt oder Züchter zurückverfolgen – genau darum lohnt die Registrierung jetzt.

Ich habe ein Tier aus dem Ausland adoptiert – welche Nummer gilt? Internationale Tiere tragen meist ISO-Chips, die in jedem Universalleser aufgehen. Registrieren Sie die ausländische Chipnummer bei TASSO bzw. Findefix – das funktioniert auch nachträglich und ist bei Auslandsadoptionen der häufigste blinden Fleck.


Gechippt oder nicht – Kennzeichnung hilft nur, wenn jemand Sie erreichen kann. Vermisstanzeige erstellen, sobald Ihr Tier fehlt – und wer ein gechipptes Fundtier hat, deckt mit Registerabfrage plus Blick in die vermissten Tiere in der Nähe beide Kanäle ab.

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